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Im März erscheint Ninos zweite Single im neuen Musikstil unter dem Titel „La Luna“, zu dem auch ein Videoclip gedreht wurde. Um den musikalischen Wendepunkt zu verdeutlichen, trennt Nino sich von seinem Vornamen und nennt sich ab sofort „De Angelo“. Für ein Aufhorchen sorgt außerdem der italienische Part in dem sonst deutschen Lied. Im Mai erscheint das neue Album „De Angelo„. Die autobiographisch gefärbten Titel lassen den Komponisten, Texter und Produzenten De Angelo
erkennen. Rockige Songs und sanfte Balladen – die daraus resultierende Spannung spiegelt sich im ausdrucksstarken Coverfoto von Dieter Eikelpoth (!) wieder. Erstmals wird es Nino gestattet, auf einer speziell dafür herausgegebenen Promotion-CD Stellung zu seinem Werk zu nehmen. Während die breite Öffentlichkeit das Album weitestgehend ignoriert, reagiert die Musikerwelt mit Anerkennung. Viele Kollegen raten Nino zu einer vollständig italienischen Version von „La Luna“. Diese erscheint dann auch im September auf der ersten ausgekoppelten CD-Single „Du bist das Feuer“. Ebenfalls im September bekommt Nino für den Song des Jahres ’84 („Jenseits von Eden“) die Goldene Stimmgabel und hat während der Show die Gelegenheit, seinen neuen Single-Titel vorzustellen. Am 1. August wird Ninos und Judiths Sohn Luca Léon geboren. Diesem freudigen Ereignis widmet die Regenbogenpresse wieder einige kleinere Artikel. In der zweiten Hälfte des Jahres schreibt Nino verstärkt für andere Künstler, wie z. B. „Senza Amore“ für Oscar Domingo (einige Wochen Platz Eins in Mittel- und Südamerika) und „Lonely Fighter“ für Reinhold Bilgeri (sofort Platz 17 in den österreichischen Charts).
Nino hat sich erneut zurückgezogen, um an seinem zweiten selbstproduzierten Album zu arbeiten, findet aber noch die Zeit für einige Live-Auftritte. Seine Aktivitäten für andere Künstler weitet er weiter aus. Zu nennen ist hier besonders das Duo „Van Dango“, das Nino entdeckt, zusammengestellt, produziert und bei der Firma „Ariola“ unter Plattenvertrag gebracht hat. Es besteht aus der Holländerin Bo Shannon und dem Sänger Rocky M. Als Fotografin für das Titelfoto der ersten Single „Ruf mich nicht an“ wird „Judith de Angelo“ genannt. Das Duo kann mit seinem Titel „Ruf mich nicht an“ den 4. Platz in der Zuschauerwertung belegen.
Das Jahr beginnt mir der neuen Single „Eisblick“ von Van Dango, die vom Rundfunk gut angenommen wird. Der Plattenvertrag des Duos wird aber nicht verlängert, damit ist die Zusammenarbeit beendet. Mit seiner eigenen neuen Single „Ich fahr‘ die Nacht“ (die Nino im Februar bei einem Live-Auftritt vorstellt und die im März auf dem Markt erscheint) erfüllt Nino sich einen persönlichen Wunsch, indem er eine Coverversion des Roy-Orbison-Titels „I Drove All Night“ veröffentlicht. Mit dieser gelingt ihm im April ein 4. Platz in der ZDF-Hitparade. Das Album „Verfluchte Zeiten“ erscheint im Juni. Bei der Wahl seiner Co-Autoren und Musiker hat Nino besonders auf Qualität gesetzt. So kann die Mitarbeiterliste bekannte Namen wie P. E. Werner und Wolf Maahn aufweisen. Kurze Zeit nach Erscheinen des Albums kommt die erste ausgekoppelte Single „Hunger in der Haut“ auf den Markt. Im Oktober stellt Nino seine neuen Titel live vor, im November wird die zweite Single „Das siebente Wunder“ ausgekoppelt. Nino arbeitet auch weiterhin verstärkt für andere Künstler, beispielsweise produziert er das neue Album von Tommy Steiner, „Zeit für Gefühle“. Außerdem schreibt und singt er die Titelmelodie für die RTL-Show „Nur die Liebe zählt“.
Die große Aktion des Jahres nennt sich „Tabaluga und Lilli“. Nino ist ab März mehrere Monate mit Peter Maffay auf Tournee und leiht dem Vater der Hauptfigur des Rockmärchens (Tyrion) seine Stimme in den Titeln „Tyrions Lied“ und „Strom der Zeit“.
Wegen des großen Erfolges wird die Tour in der zweiten Hälfte des Jahres fortgesetzt.
Durch fehlende Promotion wird die Herausgabe der dritten Auskopplung aus dem De-Angelo-Album „Verfluchte Zeiten„, „Kleiner großer Mann“, von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Deshalb zählt diese Single heute zu den Raritäten. Spätere Veröffentlichungen erscheinen wieder unter dem vollständigen Namen Nino de Angelo.
Das Jahr ist geprägt von dem, was Nino am besten kann, nämlich sehr vielen Live-Auftritten in ganz Deutschland. Unter dem Pseudonym „Cpt. Galaxy“ unternimmt Nino im Sommer mit seiner Frau als Sängerin einen kurzen Ausflug in die Dance-Floor-Szene. Außerdem produziert er den offiziellen Song der „Gerry Weber Open ’95“ (ein Tennistournier in Halle in Westfalen), „The Heart Is A Fighter“, der als Single des Sängers Irwin Doomes veröffentlicht wurde.
Nach einigen Live-Auftritten von Nino erscheint auf der erfolgreichen Mr.-President-CD „We See The Same Sun“ das Duett „Olympic Dreams“, gesungen von Nino de Angelo und T-Seven von Mr. President. Neben der Arbeit für andere Künstler konzentriert sich Nino hauptsächlich auf die Vorbereitung seines neuen Albums. Seine sehr genauen Vorstellungen von seiner zukünftigen Musik versucht er konsequent in die Tat umzusetzen. Unterbrochen wird seine Arbeit gegen Mitte des Jahres durch die Erkrankung an Lymphdrüsenkrebs. Nach einigen weiteren Auftritten muß Nino pausieren, um bestmögliche Therapieerfolge zu gewährleisten. Eine zeitlang zieht sich Nino völlig aus der Öffentlichkeit zurück, beginnt gegen Ende des Jahres, sich für die Deutsche Krebshilfe zu engagieren und tritt bereits im Dezember mit „Kleiner großer Mann“ wieder im Fernsehen auf.
Da Nino sich zunehmend von seiner Krankheit erholt, können im März die ersten Live-Auftritte stattfinden, bei denen Nino von den Fans erleichtert und begeistert gefeiert wird. So oft er kann, arbeitet er jetzt im Studio an seiner neuen Karriere, die er gründlich überdacht hat und für die er neue Prioritäten gesetzt hat. Nach einem Arbeitstreffen im Herbst mit Michael Jacksons Musikern in Amerika meldet sich Nino Ende November überraschend mit seiner neuen Single „I Can See The Light“ zurück. Diese wurde in der gerade gegründeten Firma „PMP“ (Perpetuum Mobile Productions) produziert, die im Laufe des Jahres von Nino und seinem Musikerkollegen und Freund Dieter Dierks ins Leben gerufen wurde. In der folgenden Zeit ist Nino in sehr vielen Fernsehsendungen zu erleben. Zum Beispiel stellt er seine Single in der José-Carreras-Gala zugunsten leukämiekranker Menschen vor.
Nachdem am Anfang des Jahres noch einige Auftritte mit Claudia Jung folgen, schließt Nino im März einen Vertrag mit der Firma Sony Music Deutschland unter dem Columbia-Sublabel Portrait ab. Noch vor Ablauf des Jahres wird Portrait jedoch aufgelöst, und Nino ist direkt Columbia unterstellt. Bevor die eigentliche Zusammenarbeit beginnt, geht Nino von März bis Mai mit einigen anderen Künstlern auf die ZDF-Hitparaden-Tournee, die anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Sendung stattfindet und quer durch Deutschland führt. Während dieser und auch danach gibt es auch einige Live-Auftritte. Trotzdem konzentriert sich Nino fortan hauptsächlich auf das neue Album. Er stellt sein Team wiederholt um und setzt den Schwerpunkt auf zeitgemäße Musik sowie autobiographische Texte.
Gegen Ende des Jahres gewinnt eine andere Leidenschaft von Nino die Oberhand: Er nimmt zum vierten Mal am 24-Stunden-Kartrennen von Köln teil, bei dem er bereits das zweite Mal gewinnt. Anfang Dezember startet er auch bei der erstmals ausgetragenen Cart Explosion.
Einige Artikel in Zeitungen und Zeitschriften, die sich eigentlich privaten Themen widmen, erwähnen schon die Veröffentlichung des Albums „Schwindelfrei“ am 08. Mai.
Bereits im März wurden die Radio-Stationen mit der Single-CD versorgt, die zwar nicht in die Läden kommt, aber dafür sorgt, dass sich „Schwindelfrei“ in vielen Wertungssendungen gut plazieren kann. Bei der Hörerhitparade im MDR1 (Radio Sachsen-Anhalt) belegt „Schwindelfrei“ beispielsweise viermal in Folge den ersten Platz.
Als das Album ab 08.05. käuflich zu erwerben ist, folgt eine gigantische Welle von Fernsehauftritten und Rundfunkinterviews. Nino präsentiert sich außerdem mit einem Novum: Er stellt sich in mehreren Live-Chats den Fragen der Internet-Besucher.
In einigen Geschäften gibt es eine limited edition des Albums mit dem Bonustrack „Gib mir Zeit“ zu kaufen. Die Medien reagieren fast durchweg positiv auf das neue Werk, das musikalisch sehr anspruchsvoll und für Nino im Hinblick auf die Texte eine Art „Tagebuch“ der vergangenen Jahre ist.
In der ZDF-Hitparade belegt Nino nach 7-jähriger Pause auf Anhieb den zweiten Platz mit „Schwindelfrei“. Diesen kann er im August in den Sieg verwandeln. 6 Wochen lang hält sich das Album in den deutschen Top 100, schafft in Österreich sogar mehrfach Platz Eins in den Rundfunk-Charts.
„Schwindelfrei“ ist wochenlang in den Airplay Charts, Sparte Deutscher Schlager, vertreten, gehört in einigen Radiosendern in dieser Zeit zu den meistgespielten Titeln und ist in sämtlichen namhaften TV-Sendungen vertreten. Nino gehört bezeichnenderweise zu den ersten Gästen der neuen, tiefgründigen Interview-Sendung „Bei Hübner“ (leider nur im Abo-Fernsehen ausgestrahlt). Die ARD sendet das 30-minütige Special „Höchstpersönlich“.
Die weiteren Auskopplungen, „Immer, wenn du fortgehst“ und „Zeig‘ mir bitte nicht“, werden wieder nur als Promo-CDs an die Radiostationen gegeben, gehen dadurch im Prinzip auch im Musik-Meer unter.
Währenddessen ist Nino mehrmals bei den gewohnten Live-Auftritten zu erleben, allerdings bleibt ihm dafür nicht ganz so viel Zeit wie sonst.
Im Dezember tritt Nino zusammen mit allen Jahressiegern noch einmal in der ZDF-Jahres-Hitparade auf. Dies ist gleichzeitig die letzte Sendung der ZDF-Hitparade, mit der ein Stück Musikgeschichte zu Ende geht. Glanzvoller Abschluss des Jahres ist am 22. Dezember die große „Carreras-Gala“ zu Gunsten der Leukämie-Stiftung, in der Nino seinen mehr als passenden Song „Überlebt“ singt.